Zur Jubiläumsausstellung 60 Jahre Pfälzische Sezession in Speyer Einladung von Gästen aus Wien, Dresden, Halle, Berlin, Rheinland-Pfalz, Rheinhessen und dem Taunus Von URSULA C. WEBER SPEYER: Pfälzische Sezession mit Gästen in der Städtischen Galerie und dem Kunstverein im Kulturhof Flachsgasse SPEYER Sonntag, 17. April bis Sonntag, 23. Mai 2005 Katalog EUR 10, IN BERLIN, LANDESVERTRETUNG RHEINLAND-PFALZ 31. August bis 18. September 2005 Katalog EUR 10, JUBILÄEN feiert man nicht alleine, man lädt sich Gäste ein, von denen man sich aber auch erwartet, sie mögen zum Glanz des Festes beitragen. In der konstituierenden Sitzung von Vorstand und Beirat im Herbst 2003 schlug die Geschäftsführerin vor, Gäste für das Jubiläum im Jahre 2005 aus den neuen Bundesländern ihre >NEUHEIT< ist in 16 Jahren fast schon eine etablierte einzuladen. Künstler und Künstlerinnen wie Eberhard Linke (Erfahrungen beim Künstlersonderbund und sonst), Susanne Ritter (Erfahrungen Beim Deutschen Künstlerbund und sonst) machten Vorschläge an Hand von informativen Dokumentationen, ebenso Horst Römer, von dem die Geschäftsführerin Ursula Weber wusste, dass er eine sehr interessante Begegnung mit Werner TÜBKE gehabt hatte. Horst Römer bemühte sich in Kontaktaufnahme, ebenso Susanne Ritter, die TÜBKE von einem Stipendiat und Aufenthalt als Schülerin kannte und verehrte. Ursula Weber schlug vor, Wolfgang MATTHEUER als Gast zu laden, den sie vor der Wende 1989 schon in der Galerie BRUSBERG in Berlin kennen und schätzen gelernt hatte. Beide Künstler wurden Opfer (während der Vorhaben) des unausweichlichen Sensenmanns. Wir gedenken ihrer. Ebenso starben: unser ehemaliges Mitglied LOTHAR FISCHER, Bildhauer, und unser Mitglied bis zuletzt, der Bildhauer MICHAEL CROISSANT, im vergangenen Jahr, denen wir beiden ein unauslöchbares Gedenken bewahren und deren Werke weiterhin auch in der Sezession fortleben. Da wir diesmal nur lebende Künstler ausstellen konnten, auch von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten her, wurde anders als beim 50jährigen Jubiläum im Historischen Museum Speyer vor allem an die lebenden Künstler gedacht. Ursula Weber war während ihrer grundlegenden Forschungen über Sezessionsgründungen im Internet auf die Dresdner Sezession ´89 gestoßen, hatte Kontakt aufgenommen und die beiden wichtigen Kataloge dieser nur aus Künstlerinnen, Kunsthistorikerinnen und kritikerinnen bestehenden Vereinigung mit ihren hervorragenden Experimentausstellungen eifrig studiert. Dabei wählte sie zwei Künstlerinnen aus, die mit ihren Werken kunstreiche Ergänzungen zu den bewährten Arbeiten von Mitgliedern der Pfälzischen Sezession präsentieren sollten: ULRIKE TRIEBEL und KERSTIN FRANKE-GNEUSS. Bekannt war Ursula Weber natürlich mit dem Bildhauer und Wiener Sezessionisten ALFRED HRDLICKA, den sie anlässlich einer Ausstellung mit Werken von ALFRED HRDLICKA, den ihr Mann Wilhelm Weber, damals Direktor der Pfalzgalerie, als zu diesem Zeitpunkt umfassendste Ausstellung mit allen Schaffensbeispielen des großen Bildhauers, Malers und Grafikers in einem Museum 1972 veranstaltet hatte. Bei einem Besuch in der Galerie Bose in Wittlich/Mosel erfuhr sie, dass man Bronzen, Aquarelle und Radierungen des Maler-Bildhauers aus der Galerie Bose in die Ausstellung bringen könne. Das Ehepaar Bose ist eng mit A. HRDLICKA befreundet und in engem Kontakt und hat einen sehr schönen Katalog zu einer bedeutenden Ausstellung herausgegeben.  | ALFRED HRDLICKA, La Danse, 1987, Zeichnung bunt |
ALFRED HRDLICKA (geboren 1928 in Wien): Von ihm zeigt die Ausstellung in Speyer zum 60jährigen Jubiläum seine Bronze Ketzer in Flammen, 1998. eine originäre Darstellung zum Thema Inquisition und Glaubenskrieg, das vom Künstler immer wieder aufgenommen wurde in der Einstellung Der Mensch ist ein Abgrund (Hrdlicka-Zitat); nach Archiventdeckungen des Bildhauers entdeckte er, dass Kaiser KARL V. auf dem Totenbett bereut haben soll, MARTIN LUTHER freies Geleit gegeben zu haben. Auch ist zu bemerken, dass zwischen dem Künstler HRDLICKA und dem Dichter PIER PAOLO PASOLINI enge Freundschaft bestand.  | MICHAEL FIESELER, Revanche 2003, Öl auf Nessel |
MICHAEL FIESELER (1966 geboren in Bad Arolsen) studierte an der Hochschule Kassel bei Prof. Kurt Haug, zu dessen Meisterschüler er 1996 ernannt wurde. Er lebt und arbeitet in Berlin. Die Pfälzische Sezession wählte ihn zum Mitglied, die Darmstädter Sezession hat ihn bereits 2001 mit ihrem Kunstpreis ausgezeichnet. Auch Kassel zeichnete ihn mehrfach aus. Seine in der Ausstellung gezeigten kleinen Landschaftsgedichte (im auf Malerei übertragenen poetischen Sinne gemeint) erwecken Aufmerksamkeit, die ins Schwärmen von Gedankenassoziationen übergeht. Sein in Öl auf Nessel gemaltes Großformat Revanche aus dem Jahre 2003 weckte bei der Jury, aus Vorstand und Beirat gebildet, nach eifriger Diskussion den Wunsch, der Mitgliederversammlung diesen Künstler als neues Mitglied zu vorzuschlagen.  | KERSTIN FRANKE GNEUSS, Stille, 2004, Tusche Aquarell, Pastell auf Papier |
KERSTIN FRANKE GNEUSS (1969 geboren in Meißen, aufgewachsen in Weinböhle) wurde 1989 Gründungsmitglied der Dresdner Sezession 1989 e.V. Eigentlich wollte ich sie als Lichtkünstlerin in der Ausstellung vertreten sehen, aber dies war aufwendig, und so sandte sie uns fünf hervorragende Mischtechniken aus dem Jahre 2004 in Tusche, Aquarell, Pastell, Acryl auf Papier. Sie stellen gezeichnete Gespinste dar, durch deren typisierende Farblinien Lichte Töne schimmern. Titel: Stille; wieder; Hauch; Ort; Schimmer. KERSTIN GFRANKE-GNEUSS steht mit ihren farbigen Blättern in einer wirkungsvollen Spannung zu den Zeichnerinnen MARTINA KAUL (Mainz), die schwarzweiß außerordentlich sensible Arbeiten zeigt, dem aus Halle kommenden THOMAS RUG, der ebenfalls hauptsächlich die Schwarz-Weiz-Farben bevorzugt in seinen Landschaften.  | ULRIKE TRIEBEL, 3 Bilder aus der Serie:Kissingen-Stadion, 2004, jeweils Kohle/Acryl auf Tyvek |
ULRIKE TRIEBEL (1957 geboren in Wolfen), ist ebenfalls Mitbegründerin der Dresdner Sezession ´89 e.V.Sie wurde von mir eingeladen als Gast, weil sie eine Doppelbegabung ist: Sie besitzt einen Musikschul-Oberstufen-Abschluss im Fach Geige, studierte Grafik und Design in Leipzig, wirkte von 1980 bis 1984 als Musikerin u.a. bei der Gruppe Folkländer oder bei zahlreichen Festivals mit. Ihre vitalen Bildschöpfungen packen den Betrachter, und auch der Nichtkenner spürt in den Bildern ihre Musikalität der Farben und Farbschwünge der Pinselführung.  | BERND GÖBEL, IKARUS IV., 1992, Bronze |
BERND GÖBEL (1942 geboren in Freiberg/Sachsen) ist Bildhauer. Er erhielt eine Lehre als Holzbildhauer, anschließend studierte er Bildhauerei bei Prof. Gerhard Lichtenfeld an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, wurde Assistent. Seit 1982 wirkt er daselbst an der Hochschule für Kunst und Design Halle in Burg Giebichenstein. IKAROS-Bronzen, in den Varianten IV, V, X sind von Bernd Göbel gesandt worden . Ein geliebtes Thema der Bildhauer, die in DAEDALOS ihren griechischen Urvater sehen. DAEDALOS wurde Hofbildhauer und Erfinder des LABYRINTHES von König MINOS, der dahin den MINOTAUROS verbannte. Dieses halb Stier, halb Mensch gestaltete Ungeheuer war das Ergebnis einer Liaison von König Minos´Frau, der Königin Pasiphae, die sie mit einem Stier, dem sie sich in Kuhgestalt genähert hatte, hervorgebracht hatte. Alle sieben Jahre wurden dem berühmt gewordenen Untier 11 Jünglinge und 11 Jungfrauen aus Athen überstellt, die er verspeiste. Der Athener Königsohn Theseus, der sich freiwillig meldete, erschlug das Ungeheuer und fand dank Ariadnes Fadenknäuel, das sie ihm bei einer Zwischenlandung auf der Insel Naxos und einer Liebesaffäre mit ihr gegeben hatte, wieder aus dem Labyrinth heraus. Bei der Rückkehr ließ er Ariadne auf Naxos sitzen, sie liierte sich späterhin mit DIONYSOS,, sehr klug, aber nicht weise von ihr ... und Richard Strauss widmete ihr eine wunderbare Oper, in der die Sängerin der ARIADNE in Koloraturen schwelgt. Vielleicht wurde die ARIADNE auf NAXOS wie auch sonst Richard-Strauß-Opern in Dresden uraufgeführt? Ich weiß es nicht. DAEDALOS musste fliehen, da er auch für das KUH-Gewand für die Königin und ihren Kuhhandel verantwortlich gemacht wurde, und beschloss, dies auf dem Luftwege zu tun, nahm seinen Sohn IKAROS mit, und da kommt wieder die von den Griechen immer angeprangerte HYBRIS zur Wirkung: Obwohl Vater DAEDALOS dem Sohn IKAROS eingeprägt hatte, mit seinen mit Honigleim versehenen Flügeln der Sonne nicht zu nahe zu kommen und einen bestimmten Höhenflugabstand einzuhalten, hörte dieser nicht, und stürzte über dem nach ihm benannten IKARISCHEN MEER ab. (ODER habe i c h es nun so genannt?) Die Bildhauer lieben dieses Thema des Gestürzten aufgrund seiner Bewegtheit, wie unsere Ausstellung zeigt. In diesem Zusammenhang ist auch die fast senkrecht überkopfstürzende überlebensgroße NIOBIDE aus dem Jahre 2004 zu zitieren, von ACHIM RIBBECK aus Pappelholz bestaunens- und bewundernswert skulptiert. (Siehe auch Katalog)  | UWE PFEIFER, Tobias (vor Rot), 1996, Öl auf Leinwand |
UWE PFEIFER (geboren 1947 in Halle/Saale) studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, Fachrichtung Malerei und Grafik und ist seit 1975 Lehrbeauftragter an der Hochschule für Kunst und Design in Halle, Burg Giebichenstein.. Er war Schüler von Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer, beide ja jüngst verstorben, wie ich schon ausführte. Er ist ein so hervorragender Porträtist, dass er sogar mit dem >porträtierten< Roten Geländer, - und nicht nur mit Mensch und Tier, - den Durchbruch erzielte!  | THOMAS RUG, Das Territorium, o.T.,2003 |
THOMAS RUG (1953 in Bad Salzungen geboren) ist ein sehr ernsthafter Künstler und Wandler im reellen Leben und in der Kunst n a c h der Natur in seinen Zeichnungen.. Er ist ein Landschafter von ungewöhnlichen Graden, zu Fuß, mit dem Rad, im und am Wasser unterwegs, - sowohl im wörtlichen als auch im bildlichen Sinne. Seine Bilder sind landschaftlich gesehenen Stationen des Lebens, die es künstlerisch nachzuvollziehen gilt.  | JÜRGEN WENZEL , Fasan, 1999, Öl auf Leinwand |
JÜRGEN WENZEL (1950 geboren in Annaberg/Erzgebirge), lebt und arbeitet heute in Dohna. Er malt in Vehemenz und mit kühnem expressivem Pinselstrich seine Tierstilleben. Bei Presse und Besuchern fällt sein elementares mitreißendes Temperament auf; leider ist er noch nicht Mitglied der Pfälzischen Sezession, aber daran werde ich noch arbeiten, ebenso wie an der Mitgliedschaft der außergewöhnlichen Zeichnerin und Schöpferin von künstlerischen Wandgestaltungen. Künstler und Künstlerin aus Rheinland-Pfalz, neu aufgenommen in die Pfälzische Sezession  | THOMAS BRENNER, Brot und Spiele V, 2004, Photographie, Auflage 3 |
THOMAS BRENNER (geboren 1961 in Wiedenbrück/Westfalen) studierte an der GHS Essen Kommunikationsdesign.(1984) und war Assistent von Gerhard VORMWALD in Paris. 1986 schloss er sein Studium ab bei den Professoren Inge Osswals und Volker Küster mit dem Diplom. Seit Sommer 1999 kommt er einem Lehrauftrag an der TH Trier nach. Der Photokünstler arbeitet seit 1997 mit dem Stahl-Bildhauer K.M.Hartmann interdisziplinär zusammen an den Projekten Tod des Marat und Ligne Maginot. Seine Arbeiten Brot und Spiele I, II, III und V in der Ausstellung finden große überzeugte Aufmerksamkeit.  | ANGELA GLAJCAR, Contrarius Raum, 2004, Büttenpapier/Dispersion |
ANGELA GLAJCAR (1970 geboren in Mainz) war bereits 1996 Meisterschülerin von Prof. Tim Schott an der Akademie Nürnberg, wo sie Bildhauerei studierte. 1998 bekam sie Lehraufträge an der Kunstakademie Nürnberg (98/99) und an der FH Mainz. An der Universität Gießen 2002, an der Universität Dortmund 2004 erfüllte sie Lehraufträge. Sie ist mit zahlreichen Kunstpreisen ausgezeichnet. Die Verfasserin dieser Zeilen erlebte die Verleihung des ZONTA-Preises in Nieder-Olms kleiner Kunsthalle mit, als sie noch skulptural in Holz arbeitete. Heute hängt sie Papierinstallationen auf, die sie vor Ort gestaltet und fertigt, und die auch mal zusammenfallen können: Ihr Ingenium bringt sie nicht in Verlegenheit: sie fängt einfach von neuem an.  | HEIKE NEGENBORN, Sommerfrische, 2004, Acryl/Öl/Leinwand |
HEIKE NEGENBORN (geboren1964 in Bad Neuenahr-Ahrweiler) ist eine besondere Landschafterin, die ihr Kunststudium 1983 bis 1985 am Washington Collage, MD, USA und anschließend 1988 ihren Bacheler of Arts am Austin College, TX, USA absolvierte. Anschließend studierte sie in Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität und machte ihr Staatsexamen in Kunsterziehung und Englisch. 2001 fügte sie der Ausbildung noch das Diplom Freie Kunst-Fachrichtung Grafik hinzu bei Prof. Peter Lörincz, Akademie Mainz. Dazu kommt noch 1985 die Ergänzung als Sprachassistentin am Washington-College, MD, USA, sowie 1988 am Austin-College in Texas, USA. 1996 bis 98 nahm sie einen Lehrauftrag für Zeichnen an der Fachhochschule Mainz wahr,1990-98 einen Lehrauftrag für Excursionen mit Prof. Peter Lörincz, Akademie ins Languedoc, Frankreich. 1999 bis 2000 hatte sie einen Lehrauftrag für Malerei an der FHS Mainz. Heike Negenborn hat eine neue Sehweise und Schilderung der Landschaft parat, und das ist erstaunlich angesichts der Tradition von so vielen deutschen Landschaftern, die die Kunstgeschichte bereichern. Sie neigt dazu, den Horizont mit Himmel und Wolken über einer geschichteten Landschaft aufgehen zu lassen, das Voluminöse der Wolken kontrapostiert opulent gegen die Schichtungen der Landschaft, die sich in der Horizentralen präsentieren. HEIKE NEGENBORN wird demnächst auch innerhalb des Internetauftritts der Sezession unter www.zeitenwende.com/sezession zu sehen sein. » Seitenanfang
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